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Monitoring des Nationalen Waldprogramms (NWP) Deutschland
Methodischer Ansatz
(Kurzdarstellung)
Laut Leitfaden für die zweite Phase des NWP ist ein Monitoring vorgesehen, das Aussagen sowohl zum Prozeß als auch zur Umsetzung der Handlungsvorschläge ermöglicht. Ziel ist es, die Rolle des NWP im forstpolitischen Umfeld zu erfassen, Aussagen zum Prozeß und zur Umsetzung der Ergebnisse machen zu können und, wo möglich, Wirkungen aufzuzeigen.
Auf diesen beiden Ebenen werden im Rahmen des Monitoring folgende Aspekte erfaßt:
Prozessmonitoring:
- Qualität des Prozesses (Beteiligung, Effektivität)
- Qualität der Ergebnisse (Operationalisierungsgrad)
- Rezeption (intern, durch die Akteure)
Umsetzungsmonitoring:
- Umsetzung der Handlungsempfehlungen
- Eingang der Ergebnisse in formale Politikprozesse
- Wirkungen (Zielerreichung in Bezug auf Wald, Akteure, Gesellschaft)
Kernstück des methodischen Ansatzes ist eine Befragung der beteiligten Akteure. Daneben wird eine Analyse der vorliegenden Dokumente zum NWP durchgeführt. Für das Monitoring des Prozesses sowie die Verwendung der Ergebnisse sind im Leitfaden bestimmte Rahmengrößen bereits definiert. Daher wird der Leitfaden als wichtige Grundlage des methodischen Ansatzes herangezogen.
Während sich der Prozeß durch eigene Beobachtungen sowie eine Analyse der Dokumente einschließlich der Protokolle der thematischen Runden Tische relativ gut erfassen läßt, stößt das Monitoring der Ergebnisse bzw. der Wirkungen auf Grenzen, zum einen durch den relativ geringen Operationalisierungsgrad der Ergebnisse des NWP, zum anderen durch den bisher relativ kurzen Zeitraum seit Abschluß der zweiten Phase. Beides muß in der Methodik sowie in der späteren Auswertung berücksichtigt werden.
Das Monitoring umfaßt folgende Schritte:
- Analyse der Dokumente
Auswertung der Protokolle der Runden Tische im Hinblick auf Beteiligung der Akteure; Analyse der Ergebnisse des NWP, insbesondere Ziele und Handlungsempfehlungen, im Hinblick auf die Befragung der Akteure. - Aufbereitung der Handlungsempfehlungen (HE)
Die vorhandenen 182 Handlungsempfehlungen des NWP werden einem Filtervorgang unterzogen, der die umsetzbaren von den nicht umsetzbaren oder vagen, somit schwer oder nicht "monitorbaren" Empfehlungen trennt (Details s. Anhang).
Kriterien für den Filter sind:- Konsens (Dissens ausgefiltert)
- Affirmation (HE, die lediglich Bestehendes bestätigen, ausgefiltert)
- Konkretisierungsgrad / Operationalität (vage/nicht operationale HE ausgefiltert)
- Zuordnung zu Akteursgruppen (ermöglicht spezifische Fragestellungen an jeweilig zuständige Akteursgruppen, bzw. Ausfiltern nicht eindeutig zugeordneter HE)
- Erarbeitung eines Fragebogens
Der Fragebogen erfaßt prozedurale Aspekte des NWP-Prozesses sowie die Umsetzung seiner Ergebnisse. Zu diesem Zweck sind die Fragen in folgende Rubriken gegliedert:- Allgemeines
- Umsetzung des Leitfadens
- Einordnung des NWP in internationale Vorgaben
- Interne Rezeption (innerhalb des Akteurskreises)
- Vermittlung des NWP
- Kommunikation
- Umsetzung des NWP (allgemein)
- Umsetzung der Handlungsempfehlungen (spezifisch)
- Durchführung einer schriftlichen Befragung der Akteure
Die Befragung wird als schriftliche Vollbefragung aller Akteure konzipiert. Vorgehen: Versand des Fragebogens durch BMVEL, bei mangelndem oder schleppendem Rücklauf telefonische Nachbefragung der Akteure durch das Monitoring Team. - Auswertung der Befragung
Der Rücklauf der Fragebogen sowie die Ergebnisse der Telefonbefragung werden durch das Monitoring Team ausgewertet. Aufbereitung der Ergebnisse anhand der Kriterien Prozeß, Umsetzung, und, soweit möglich, Wirkungspfade. - Erstellung des Berichts
Darstellung der Ergebnisse in einem Bericht (Umfang ca. 10 Seiten plus Anhang, Zusammenfassung auf 2-3 Seiten). Ggf. Einbindung thematisch eingearbeiteter Fachkräfte für ein "peer review", sofern diese dazu bereit sind. - Präsentation der Ergebnisse
Die Ergebnisse werden über das NWP-Sekretariat den Akteuren zugeleitet und danach auf einem Runden Tisch zur Diskussion gestellt. - Durchführung eines Runden Tisches zum Thema Monitoring
Diskussion der Ergebnisse des Monitoring auf einem dafür einberufenen Runden Tisch. Klärung noch offener Fragen mit den Akteuren und des weiteren Vorgehens.
Zeitrahmen:
Durchführung im Zeitraum Mai - Oktober 2004 mit folgenden terminlichen Eckpunkten:
- Erstellung Konzept und Fragebogen bis 15. Mai (Übersendung an BMVEL).
- Durchführung der Befragung: Mai - Juni
- Auswertung und Erstellung Bericht: Juli - August
- Vorlage und Diskussion des Berichts in BMVEL: Ende August
- Kontakt zu "Peer Reviewern": Ende August
- Runder Tisch zum Thema Monitoring: zweite Hälfte Oktober (Vorschlag: 43. Woche)
Anlage
Erläuterungen zur Auswahl der Handlungsempfehlungen in den Fragebögen
Die Fragen zur Umsetzung gliedern sich in allgemeine Fragen und Fragen zu den einzelnen Handlungsempfehlungen (HE) . Die ursprünglich vorgesehene weitgehende Aggregation der HE auf nur wenige Fragen erwies sich als nicht praktikabel. Daher mußten auch einzelne HE in den Fragebogen aufgenommen werden, um Aussagen zum Stand der Umsetzung des NWP durch die Akteure machen zu können.
Es erschien jedoch undurchführbar, die Akteure im Einzelnen nach dem Umsetzungsstand sämtlicher HE zu fragen. Anderseits erschien es sinnvoll, die Umsetzung anhand der jeweils angesprochenen Akteursgruppen abzufragen. Das zumutbare Maximum an Fragen zu einzelnen HE wurde daher auf Grundlage vorliegender Erfahrungen für Bundesinstitutionen auf etwa 50, für Länderinstitutionen auf etwa 40 und für Sonstige auf etwa 20 festgelegt.
Um den Aufwand für die Befragten zu senken und dennoch Umsetzungsstände einzelner vorgeschlagener Maßnahmen ermitteln zu können, wurden zunächst (je nach Adressaten) drei separate Listen von HE für Bundesinstitutionen, für Länderinstitutionen sowie für die Sonstigen Akteure erstellt. Da diese Listen noch zu umfangreich waren, wurden im ersten Schritt diejenigen Empfehlungen ausgefiltert, über die kein Konsens bestand oder die lediglich die Umsetzung bereits existierender verbindlicher Vorgaben bekräftigten (="rein affirmative"). Im zweiten Schritt wurden unter den verbliebenen HE die operationalsten ausgewählt. Abschließend wurden einige der HE aus Kapitel 4.5 des NWP zusammengefaßt. Die jeweilige Anzahl an HE nach den einzelnen Filterstufen ist in folgender Tabelle dargestellt. Um den Akteuren über diese Selektion hinaus Aussagen zu ermöglichen, enthält der Fragebogen eine weitere abschließende Frage zu aus Sicht der Akteure besonders wichtigen HE, die durch den o.g. Selektionsprozeß nicht berücksichtigt wurden. Damit werden mögliche Lücken in der Erfassung der Umsetzung geschlossen.
Tabelle 1: | ||||
* Kategorien anhand spezifischer Kriterien durch Monitoring-Team festgelegt | ||||
Filter | Gesamt | an Bund | an Länder | an Sonstige |
ohne | 187 | 161 | 117 | 90 |
Dissens | 179 | 153 | 112 | 90 |
Affirmation | 174 | 148 | 109 | 88 |
Operationalität * | 50 | 45 | 37 | 21 |
zumutbar (ca.) | - | 50 | 40 | 20 |
Hinweis
Das Monitoring wird für den NWP-Prozeß durchgeführt.
Phase 2 des NWP wird als auf Phase 1 aufbauend und diese präzisierend angesehen. Das Monitoring konzentriert sich auf die Ergebnisse der Phase 2; Phase 1 wird ergänzend berücksichtigt (s. hierzu Fragen H 2-4 des Fragebogens).
